Ab der Geburt eines Menschen werden Körper kategorisiert und bewertet: in ein Geschlecht (meist binär in männlich und weiblich), groß und klein, dick und dünn, gesund und krank, mit oder ohne Behinderung, schön und nicht schön. Häufig werden diese Einteilungen und Kategorisierungen nicht hinterfragt, sondern als Selbstverständlichkeit verhandelt.

Zudem hat unsere (in diesem Falle westliche) Gesellschaft ganz bestimmte Ideale und Vorstellung, was “schöne” Körper (dazu zählt u.a. ein fitter, gesunder, schlanker Körper) sind, was zu einer Normierung führt. Diese Schönheitsideale werden auf (insbesondere auf weibliche*) Körper projiziert und verursachen einen enormen Druck. Häufig sind die (vermeintlichen) Schönheitsideale für die meisten Frauen* unerreichbar, werden aber überall (Zeitschriften, Werbung und Filmen) reproduziert. Viele Frauen* fühlen sich aus diesem Grund nicht wohl in ihrem eigenen Körper und leiden unter Selbstzweifeln oder gar Selbsthass.

Auch lesbische, bisexuelle und queere Frauen* sind diesen Schönheitsidealen ausgesetzt, da es auch Schönheitsnormierungen in der queeren Community/ Szene gibt.

Wir kritisieren Schönheitsideale und -normierungen! Wir lehnen normative Haltungen zu Körpern ab und stellen uns den Konzepten entgegen, das nur “gesunde” Ernährung und Sport zu einem “gesunden” Körper(-gefühl) führen! Wir finden: jeder Körper ist ein guter/ schöner Körper!


Das Projekt “genderdings” hat einen sehr guten Beitrag zu Schönheitsidealen veröffentlicht, welchen wir hier gerne aufführen wollen.  Quelle: genderdings.de/koerper/schoenheitsideale

3 wichtige Punkte zum Thema Schönheitsideale:

Was ist das Problem an Schönheitsidealen?
Kritik an Schönheitsidealen gibt es viel. Dabei ist nichts falsch daran, sich schön oder attraktiv fühlen zu wollen. Das wünschen sich die meisten von uns. Das Problem ist, dass unsere Schönheitsideale ziemlich wenig Vielfalt zulassen. Sie sind Normen über das Aussehen von Menschen und für fast alle unerreichbar. Trotzdem messen wir uns daran. Das führt dazu, dass sich Leute oft hässlich und unwohl mit dem eigenen Körper fühlen. Menschen geben viel Geld aus und nehmen hohe gesundheitliche Risiken auf sich, um Schönheitsnormen zu entsprechen: monatlich neue Diättipps, Abnehmpillen in jedem Supermarkt, verschiedenste Schönheitsoperationen. Der Weg zu Essstörungen, an denen jährlich in Deutschland ca. 70 Menschen sterben, ist da nicht weit.

Was ist schön und warum?
Unter Schönheitsidealen leiden wir alle, aber nicht alle gleich. Frauen, Männer, dicke Menschen, von Rassismus betroffene Menschen, Trans*, Inter* (mehr zum Thema Inter* hier) und nicht-binäre Personen: Sie alle betreffen Schönheitsideale jeweils unterschiedlich:

Dicke Menschen werden oft als „krank“ oder „faul“ abgewertet. Körpergewicht allein sagt noch nichts über Gesundheit aus! Trotzdem hält sich hartnäckig das Vorurteil, dicke Leute lebten ungesund und seien dafür selbst verantwortlich. Das stimmt nicht! Dicke Leute können genauso gesund und aktiv sein wie dünne Leute, mitteldicke Leute usw. Dauernd an sich selbst arbeiten zu müssen, ist dabei ein generelles Problem an Schönheitsnormen: Wir alle müssen uns die ganze Zeit bemühen schön und fit zu sein. Das strengt ganz schön an!

Für trans* Personen hängen Schönheitsideale eng mit dem Druck zusammen, als Frau oder Mann zu „passen“, das heißt wie eine cis Frau oder ein cis Mann auszusehen. Das Wort „passen“ ist Englisch und bedeutet „als jmd. durchgehen“. Trans* Personen, die nicht „passen“ können oder wollen, werden oft falsch angesprochen, nicht ernstgenommen und erfahren Gewalt.

Für Schwarze Menschen gibt es eine ganze Palette von Cremes und Chemikalien, die die Haut aufhellen und die Haare glätten sollen. In Werbung, Filmen und Büchern wird Schönheit immer noch oft mit heller Haut und glatten Haaren gleichgesetzt. Das hat Wurzeln im Kolonialismus: Schönheitsnormen sind nicht frei von Rassismus!

Das könnte dir auch gefallen