Konsens, auch Zustimmungskonzept genannt, verfolgt das Ziel, dass zwischenmenschliche Interaktionen und explizit körperliche Interaktionen nur stattfinden, wenn alle beteiligten Personen vorher zugestimmt haben.

„Aber wie?“ – könnte eins sich jetzt fragen: „Ich kenne doch mein Gegenüber, ich weiß doch, dass er*sie umarmt werden will, wenn wir uns begrüßen. Und ich weiß doch, dass mein*e Partner*in gerne am Po angefasst wird.“

Aber wenn wir ganz, ganz ehrlich mit uns selbst sind, wissen wir all das vielleicht gar nicht so genau. Und auch, wenn dein*e Partner*in dir vor einem Jahr gesagt hat: „Fass‘ mich am Po an, ich mag das!“ ist nicht garantiert, dass das heute noch gilt.

Vielleicht fällt dir beim Lesen sogar auf, was du alles über dich und deinen Körper ergehen lässt, ohne es wirklich richtig zu wollen. Oft lernen wir schon als kleine Kinder, dass körperliche Grenzen überschreiten zum Leben dazu gehört. Zum Beispiel, wenn wir eigentlich nicht unbedingt scharf auf den feuchten Abschiedskuss von der Tante sind, aber irgendeine erwachsene Person sagt, dass die Tante sonst traurig ist. Also ertragen wir den feuchten Abschiedskuss, um die Tante nicht zu enttäuschen. Das Problem dabei ist: oft geht es uns selbst danach gar nicht gut.

Aber wie genau können wir uns denn nun sicher sein, dass mein Gegenüber nun eigentlich will, was wir da tun. Nunja… – es ist etwas kompliziert, und deshalb widmen wir uns dieser Frage in einem extra Beitrag. Zum Einstieg empfehlen wir aber schonmal dieses Video, denn mit körperlicher Interaktion ist es eigentlich wie mit dem Tee trinken:

Text: Toni Ludwig

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