HIV
Das wohl bekannteste sexuell übertragbare Virus, vor allem im Kontext Männer, die Sex mit Männern haben. Aber auch Heteros und andere Queers können beim Sex HIV übertragen. Auch Vulva-zu-Vulva Sex und Oralsex sind mögliche Übertragungswege, mit steigendem Risiko bei einer aktuell menstruierenden Person.
2017 gab es insgesamt ca. 2700 Neuinfektionen in Deutschland. In den Statistiken wird lesbischer Sex nicht mit bedacht, weshalb die Höhe des Übertragungsrisikos unklar ist.

Gonorrhö (Tripper)
Gonorrhö, auch bekannt als Tripper, ist eine weniger bekannte STI, die in den letzten Jahren steigende Infektionszahlen verzeichnet. Es wird davon ausgegangen, dass es insgesamt pro Jahr ca. 10.000 – 20.000 Neuinfektionen in Deutschland gibt.
Gonorrhö ist leichter übertragbar als HIV, weil es eine bakterielle Infektionskrankheit, und kein Virus ist. Oral, mit Fingern und Sextoys sind mögliche Übertragungswege, sobald die Schleimhaut einer infizierten Person im Spiel ist und mit einer anderen Schleimhaut oder einem Sekret in Kontakt kommt.
Die Infektion kann symptomarm bis zu symptomfrei verlaufen, weshalb Gonorrhö oftmals unwissend weitergegeben wird. Ein mögliches Symptom ist allerdings ein eitriger Ausfluss an der Harnröhre.
Bei nicht-Behandlung kann Gonorrhö zu Unfruchtbarkeit führen, aber auch andere Organe und Gelenke befallen und zu Schmerzen führen.

Syphilis
Die Neuinfektionen von Syphilis sind von 2016 auf 2017 insgesamt um 4% angestiegen. Auch Syphilis ist eine bakterielle Infektionskrankheit und hat somit die selben Übertragungswege wie Gonorrhö.
Der Krankheitsverlauf von Syphilis dehnt sich über einen langen Zeitraum und weist eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome auf. Am Anfang bildet sich an der Eintrittstelle ein Geschwür, nach einigen Wochen bis Monaten sind Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen und Hautausschläge übliche Symptome. Jahre später kann sich die dritte Phase bemerkbar machen: Geschwüre und Schädigungen des Organ- und Nervensystems sind dann die Folgen. Die dritte Phase tritt heute durch medikamentöse Behandlung (Antibiotika) nur noch sehr selten auf.

Herpes
Herpes kennen viele, denn einer der Herpes-Typen macht sich gerne am Mund bemerkbar. Es bilden sich Bläschen, die wässern und manchmal eitrig sind. Ein anderer Typ hingegen, allerdings der weniger weit verbreitete, zeigt diese Symptome im Genitalbereich auf.
Die Übertragung kann stattfinden, sobald Hautkontakt mit den aktiven Bläsen entsteht.
Herpes kann nicht geheilt werden, aber behandelt. Außerdem ist der Herpes nicht immer aktiv.

HPV / Feigwarzen
Es gibt unterschiedliche HPV-Typen, manche von ihnen verursachen Feigwarzen, andere hingegen sind Ursache für Gebärmutterhals- und Analkrebs.
Lecktücher, Fingerlinge und Kondome reduzieren das Übertragungsrisiko, allerdings bleibt es weiterhin hoch, da auch Hautschuppen und kleinste Verletzungen ausreichen, um das Virus weiter zu geben.
Gegen die gängigen HPV-Typen gibt es inzwischen eine Impfung, welche für junge Menschen vor dem ersten Vaginal-/Analverkehr empfohlen wird.
Alle anderen sollten mit Feigwarzen sofort Ärzt*innen aufsuchen und regelmäßig zur Krebsvorsorgeuntersuchung gehen.
Viele HPV-Viren werden allerdings auch durch das eigene Abwehrsystem abgestoßen.

Chlamydien
Chlamydien sind Bakterien, die sich in den Schleimhäuten des Genitalbereiches und im Mundraum ansiedeln. Im Rachen verursachen sie allerdings keine Erkrankung und verschwinden in der Regel nach einigen Wochen von selbst.
Übertragungswege sind Finger, Mund und Sextoys, jedenfalls wenn Flüssigkeiten zweier Schleimhäute in Berührung kommen können.
Häufig verursachen Chlamydien keine Beschwerden, manchmal allerdings kommt es zu Ausfluss an der Harnröhre, Jucken und Brennen in Vulva und Vagina und/oder beim Wasserlassen.
Unbehandelte Infektionen können im Körper aufsteigen und andernorts zu stärkeren Beschwerden führen.

Hepatitis
Hepatitis ist eine Leberentzündung, es gibt Hepatitis A, B, C, D und E. Die Symptome und Folgen aller Typen sind unterschiedlich. Gegen die häufigsten Typen, Typ A und B, gibt es Impfungen.
Auch die Übertragungswege unterscheiden sich, einige werden häufig bei sexuellen Praktiken übertragen, andere beim gemeinsamen Drogengebrauch, Typ E nur über Nahrungsmittel und in Europa fast ausschließlich über nicht ausreichend gegartes Fleisch.
Generell gilt: Impfen lassen, und mit aktiven Sexpartner*innen drüber reden und gut verhüten!


Weiterführende Links:

https://www.aidshilfe.de/geschlechtskrankheiten
https://www.aidshilfe.de/shop/pdf/9897
https://www.frauenundhiv.info/sites/default/files/documents/broschuere_frauenlust_2011.pdf
https://www.liebesleben.de/fuer-alle/safer-sex-und-schutz/safer-sex-check/

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